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Barcelona swingt

Nicht jede Barcelona – Story hat ein Happy End. Ein Blick auf die Facebook-Seite „I know someone who got robbed in Barcelona“ genügt, um einen Eindruck von der Raffinesse der „Pickpockets“ der Hauptstadt von Katalonien zu bekommen. „Als ich auf der Plaza Catalunya ankam, tippte mir jemand auf die Schulter und sagte, ich hätte etwas auf meinem Mantel“, erzählt Anna, zum ersten Mal in Barcelona. „Ich schaute nach, und tatsächlich hatte ich irgendetwas Glibberiges auf dem Mantel.“ Kurz darauf schaute die Bayerin auf den Boden, wo gerade noch ihre Tasche mit Laptop, Portmonee und allen persönlichen Dokumenten stand. Sie war weg, wie vom Erdboden verschluckt – genau wie der aufmerksame Herr mit dem Hinweis auf den Fleck. Natürlich ist weder die Tasche noch der Inhalt je wieder aufgetaucht, da half auch die Anzeige bei der Polizei nichts. Barcelona ist nicht nur, was die Anzahl der Touristen angeht, eine Top-Metropole, sondern auch in der Anzahl der Taschendiebstähle. Die Pickpockets sind exzellent trainiert, und verkleiden sich mitunter als Geschäftsmann in der S-Bahn vom Flughafen. Laut einer Recherche des Internetportals „tripadvisor.com“ ist Barcelona sogar die „Welthauptstadt des Taschendiebstahls“. Die romantischen, engen Gassen der Altstadt bilden einen idealen Fluchtweg für die Diebe, die auch schon mal Ketten vom Hals von Touristinnen reißen und damit wegrennen.

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Foto: Felix Rachor

Wer die touristischen Brennpunkte wie die Ramblas, die Sagrada Familia oder Barceloneta links liegen lässt, kann Barcelona auf seine ureigene Art entdecken. Zum Beispiel im Viertel Poble Nou, in der Nähe des Olympiahafens. Hier, im Schatten des markanten, gurkenförmigen Büroturms Torre Agbar, haben sich viele Kreative und Medienmenschen in leerstehenden Gewerbehöfen angesiedelt. Eine von ihnen ist die aus Italien stammende Malerin Cristina Carbone. Ihr neues Lieblingsmotiv ist Ganesh, die indische Gottheit mit dem Körper eines Menschen und dem Kopf eines Elefanten. „Ganesh liest sehr gerne, er genießt gerne, und mag gutes Essen“, erzählt Carbone mit einem hintergründigen Lächeln, während sie die an der Wand lehnenden Leinwände sortiert. „Möchten Sie noch mehr sehen?“ Interessierte Besucher führt sie in den ersten Stock des Ateliers, wo ein Fotokünstler, ein Bildhauer und ein Musikinstrumentenbauer ihre Arbeitsplätze haben. Auch wenn die Boomzeiten der Designermetropole im Zuge der spanischen Wirtschaftskrise am abflauen sind, ist Barcelona immer noch die Nummer eins in Spanien, was Mode, Design und Kunst betrifft. Einen konzentrierten Überblick über das Schaffen der heimischen Erfinder und Designer kann man sich im neuen „Miba“ Museum für Erfindungen verschaffen. Der Name steht für „museu d‘idees i invents de barcelona“, In dem Kellergewölbe gleich hinter dem Rathaus kann man für 7 Euro Eintrittsgeld zum Beispiel ein Handy bewundern, mit dem man ausschließlich (!) telefonieren kann. Das innovative Teil besitzt sonst keine einzige andere Funktion, kein einziges App! Dafür hat es auf der Rückseite einen Notizblock und einen Bleistift. Es funktioniert sogar, und im Museumsshop kann man es für 82 Euro kaufen. Es gibt auch eine Reihe günstigerer „Souvenirs“ der besonderen Art. Wie wäre es zum Beispiel mit dem „Phonekerchief“, eine elegante Stoffserviette mit dem Aufdruck „My phone is off for you“, die sich gut als zum Einwickeln des Handys im Restaurant macht.

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Foto: Felix Rachor

Mit süßen Souvenirs kann man sich eindecken bei einem feinen Chocolatier, der seinen Sitz an den Ramblas hat. Neben Touristenlokalen und Billigsouvenirshops harrt hier eine Konditorei in einem modernistisch gestalteten Eckhaus aus, die auf eine lange Tradition zurückblickt. „Wollen Sie mal die neuen Minzblätter probieren?“, fragt die aufmerksame deutschsprachige Angestellte. Die frischen Minzblätter auf dunkler Schokolade wandern dann zusammen mit Espressopralinen, Orangenstäbchen, Maracuja-Konfekt, dem essbaren Ring und den „roten Lippen“ aus handgemachter Schokolade in den Beutel. Die wenigsten Besucher wissen, dass Barcelona nicht die Stadt der Tapas, sondern der Schokolade ist. Im neuen Schokolademuseum erfährt man, dass die ersten Schiffe, die die Kakaobohnen nach Europa brachten, in Barcelona anlegten. Und am Hafen entstanden die ersten Manufakturen für Schokolade, damals in flüssiger Form. Von dieser Tradition kündet noch heute die Spezialität „Churros con Chocolate“, eine Art frittierter Kringel, die noch heiß in dickflüssige Schokolade getunkt werden.

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Eine bislang unentdeckte Perle, ebenfalls abseits der touristischen Trampelpfade, ist das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau. Der riesige Komplex oberhalb der Sagrada Familia, im Stadtviertel Eixample gelegen, fungierte bis vor wenigen Jahren noch als städtisches Krankenhaus. Nun wird die gesamte Anlage, die zum Weltkulturerbe der Unesco zählt, restauriert. In zwei Jahren sollen hier die United Nations University sowie das European Forest Institute einziehen. Bei täglichen Führungen (10 Euro) erfährt man, wie fortschrittlich der katalanische Architekt Lluís Domènech i Montaner die verschiedenen Institute, die eher Villen gleichen, anlegte. Sämtliche Gebäude in der Gartenanlage sind durch unterirdische Gänge verbunden, um maximale Hygiene zu garantieren. Üppige Wandmosaike sollen die Genesung fördern. Montaner wählte den Ort an der Stadtgrenze Barcelonas damals, weil das städtische Hospital, eingezwängt in die engen, muffigen Gassen der Altstadt, nicht mehr den hygienischen Anforderungen der Medizin entsprach.

Hoteltipp:

Casa Camper

Das hat Berlin mit Barcelona gemeinsam: in beiden Städten gibt es eine „Casa Camper“, ein Hotel der Schuhmarke aus Mallorca. In Barcelona liegt Casa Camper direkt im Szenebezirk Raval, wenige Schritte vom neuen Museum für zeitgenössische Kunst entfernt. Jeder Gast hat zwei Zimmer: eines zum Arbeiten, etwas lauter, nach vorne zur Strasse und eines zum Schlafen, an den Innenhof grenzend, sehr ruhig. Kleine Details zeugen von der Philosophie des Hauses: so gibt es aus Hygienegründen keine Teppichböden, was Allergiker zu schätzen wissen. Bettdecken und Kopfkissen werden in einem speziellen Verfahren jedesmal gewaschen. In jedem Zimmer gibt es eine tragbare Lampe und eine faltbare Trittleiter. Fernseher fehlen in den Schlafzimmern, absichtlich. Das Wasser wird mit Solarenergie geheizt und durch ein Hightech-Recyclingsystem gereinigt.

Restauranttipp:

La Royale

Wie in London und New York gibt es jetzt auch in Barcelona ein Restaurant, das sich dem Gourmet-Burger widmet. Kein Geringerer als Paco Pérez, der drei – Sterne – Koch, entwickelte das Konzept das „La Royale“, etwas außerhalb des Zentrums gelegen. Das ist ganz einfach: nur bestes Bio-Fleisch kommt hier in die Burger, dabei hat man die Wahl zwischen Bison, Angus, Rindfleisch, Cerdo Iberico, Straussenfleisch aus Kenia oder einer vegetarischen Version. Dazu gibt es eine umfangreiche Karte mit Premium Gin Tonic. Eine extra geschulte Kellnerin berät dabei den Gast, welcher Gin Tonic am besten mit welchem Hamburger harmoniert. Und zum Dessert: Pralinen von Oriol Balaguer, Carles Mampel oder Enric Rovira aus Barcelona!

Tipp:

Tapastouren und Schokoladentouren durch Barcelona

Kulinarische Spaziergänge durch die Altstadt von Barcelona, und dabei unter kundiger Führung Tapas-Spezialitäten entdecken! Wer die süßen Seiten der Hauptstadt Kataloniens entdecken will – dazu gehört auch das neue Schokoladenmuseum, kann hier auch eine Schokoladentour buchen.

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