Eine Kugel Italien mit Kunst, bitte! - Quality Magazine
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Eine Kugel Italien mit Kunst, bitte!

Mit einer großen Ausstellung wird die Insel Isola Bella, das barocke Juwel mitten im Lago Maggiore, und ihr Gestalter Vitaliano VI. aus dem Hause der Borromäer bis zum 1. November gebührend gefeiert. Zeitgenössische Kunst der Extraklasse ist bis zum 27. September in der Burg Rocca di Angera zu sehen: Im Rahmen der Ausstellung „Fantastic Utopias“ werden Werke von 15 internationalen namhaften Künstlern ausgestellt.

Auf einem kleinen Archipel mitten im Lago Maggiore gelegen, liegt die weltberühmte Isola Bella, zu Deutsch „schöne Insel“. Nicht nur die malerische Natur und die Lage machen die Insel zu einem Juwel, sie ist auch ein einzigartiges Beispiel für den Barockstil im nordwestlichen Italien. Graf Vitaliano VI. begann 1650 mit seinem Wirken auf der damals noch Isola Isabella genannten Insel, die ursprünglich als Schloss- und Parklandschaft erdacht und erbaut worden war (ob die heutige Bezeichnung des Eilands einer sprachlichen Verschleifung zu verdanken ist oder einer absichtlichen Betonung des Wortteils Bella, ist nicht mehr nachvollziehbar). Um 1630 hatte schon sein Vater, Carlo III., damit begonnen, einen Garten auf der Insel anzulegen. Vitaliano VI. sprengte aber alle architektonischen sowie künstlerischen Ketten und kreierte eine großartige barocke Szenografie durch einen prachtvollen Palast. Zudem war er von den besten lombardischen Planern zu dieser Zeit beraten und gab zahlreiche Gemälde, Skulpturen und weitere Einrichtungsgegenstände für die Inneneinrichtung des Palastes in Auftrag. Viele von diesen Objekten sind jetzt zum ersten Mal der Öffentlichkeit in der gegenwärtigen Ausstellung zugänglich.

Isola Bella | © Susy Mezzanotte

Das barocke Ambiente ganz im Sinne von Vitaliano VI. ist in den meist noch original ausgestatteten Räumen immer noch sichtbar. Mit unschätzbaren Raritäten aus Marmor und Alabaster, oft mit floralen Motiven bemalt, Gemälden sowie Bergkristallen ging er seiner Leidenschaft als Sammler nach und erschuf eine wahre Schatzkammer. Der einzigartige Garten wurde ebenfalls mit Mosaiken, Statuen und Brunnen, die mit den kunstvollen Heckengestaltungen echte Theaterbühnen im Grünen bilden, bestückt. Die Ausstellung „Vitaliano VI. L‘invenzione dell‘Isola Bella“ (Vitaliano VI. Die Erfindung der Isola Bella) ist noch bis zum 1. November für Besucher öffentlich zugänglich, die anlässlich des 400. Geburtstages des Grafen stattfindet.

Isola Bella: Teatro Massimo | © Ursula Di Chito

Ebenfalls gehört zur Adelsfamilie der Borromäer die Burg Rocca di Angera, in der momentan die Ausstellung „Fantastic Utopias“ Einzug hält. Werke von 15 wichtigen zeitgenössischen Künstlern werden präsentiert, darunter der in Deutschland weit über kunstinteressierte Kreise bekannte Ai Weiwei. Ilaria Bonacossa, die die Ausstellung zusammen mit der Galleria Continua kuratiert, verfolgt mit der Ausstellung das Ziel „magische Bilder zum Leben zu erwecken … um über fantasiereiche Utopien zu sprechen. In einer Zeit, in der Harry Potter und Game of Thrones weltumspannend faszinieren, versucht die Ausstellung einen Fokus auf die Affinität unsere säkularisierten Gesellschaften zu Gedanken an Monster und dystopische Welten zu lenken.“ Schon das dritte Jahr in Folge ist die Burg und Gartenanlage von Rocca di Angera, die das Mittelalter in einem anderen Licht erstrahlen lässt und ein wahrer Publikumsmagnet ist, ein entscheidender Impulsgeber für zeitgenössische Kunst. Bis zum 27. September kann „Fantastic Utopias“ noch besucht werden.

Rocca di Angera | © Terre Borromeo

Weitere Informationen finden Sie unter www.isoleborromee.itwww.derlagomaggiore.de und www.distrettolaghi.it.

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